2026-03-15: "Der Erste, den es zu schlagen gilt""
Gerade einmal 8 Tage alt ist die Saison 2026 und dennoch ist im Formel 1 Jahr 2026 schon so viel passiert, dass man Bücher darüber schreiben könnte. Oder zumindest ein erstes Alex´ Corner.
Die erste Sicherheit, dass die Saison lang wird – nämlich 24 Rennen mit 6 Sprints, ist seit gestern Geschichte, da die beiden GP von Bahrain und Saudi Arabien abgesagt wurden und somit bereits nach dem Japan GP am 29.03. eine erste längere Pause eingelegt wird. Einem unüberlegten, völkerrechtswidrigen Krieg, bei dem sich die USA vor den israelischen Karren spannen lassen, um von innenpolitischen Erkenntnissen abzulenken, die in jedem anderen demokratischen Staat dazu geführt hätten, dass der alte pöbelnde Mann niemals auch nur hätte zu einer Bürgermeisterwahl antreten dürfen, sei Dank.
Also muss in „nur“ 28 Wertungsläufen der Nachfolger für Lando Norris gefunden werden, die er selbst wohl gern angetreten hätte, was aber bereits jetzt ähnlich unwahrscheinlich ist, wie dass es sein Vorgänger Max Verstappen werden könnte.
Auch ein anderer alter Bekannter, dem noch im Januar von renommierten Wettbüros die drittbesten Chancen auf die WM eingeräumt wurden, kämpft zumindest in der ersten Hälfte der Saison eher darum, einmal eine Zielflagge aus dem fahrenden Auto heraus zu sehen, und vielleicht in der zweiten Hälfte sogar mal nach der gleichen absolvierten Rundenzahl wie der Sieger.
Nur zwei Wahrheiten bleiben immer:
- If you want to finish first, you have to finish first
- Der Erste, den es zu schlagen gilt, ist der Teamkollege
Und genau an diesem zweiten Punkt wird sich womöglich die Spannung der diesjährigen Saison festmachen lassen.
Wer noch nach dem Auftakt in Australien und vielleicht auch noch nach dem Sprint von Shanghai sicher war, dass George Russel im überlegenen Mercedes sicher Weltmeister wird und dass Charles Leclerq dem immer schneller alternden Lewis Hamilton keine Chance lassen würde, der sollte nach dem China GP zumindest mal das kleine Säckchen mit den Fragezeichen drin griffbereit halten. Kimi gegen George wird nach Lage der Dinge nicht nur das Teamduell bei Mercedes heißen, der Vorsprung der Silbernen ist so deutlich, dass es unwahrscheinlich erscheint, dass die klar zweitschnellsten Ferrari diese Lücke rechtzeitig schließen können, um den Vorsprung aus den ersten Rennen noch aufhalten können.
Ein fehlerloser und wie bekannt mit hohem Grundspeed ausgestatteter Kimi A. Antonelli setzt bereits jetzt seinen erfahrenen Teamkollegen unter Druck während die beiden Ferrari die Führung des Italienischen Teams in eine minutenlange „Heart-Attack-Ready“ Spannung versetzten, während sich Sponsoren über mehr Sichtbarkeit freuen durften, als selbst talentierteste Influencer mit 2 Wochen alten Katzen-Zwillings-Schwestern auf TikTok erreichen.
Hamilton setze sich letztlich durch, nachdem er noch im Sprint in einer ähnlichen Szene so viel Reifen investiert hatte, dass es ihm nach am Grip fehlte, um Leclerq zu halten.
Während die Ferrari sich noch in Down Under und im Sprint Qualifying auf ihre gegenüber allen Wettbewerbern um Längen besseren Starts verlassen mussten, zeigten beide in der Qualifikation zur China GP, dass man auch in dieser Teildisziplin einen sicheren Platz 2 realistisch anstreben kann.
Und obwohl Oscar Piastri in beiden GP noch keinen Meter nach der grünen Ampel zurückgelegt hat, hat auch der Australier immer mal wieder aufblitzen lassen, dass er selbst im Kampf um Rang 5 dem amtierenden Weltmeister Lando Norris keine Ruhe lassen wird. Mehr ist nach Lage der Dinge für McLaren nicht drin, und selbst dafür sollte man die Zuverlässigkeit von Technik und Fahrern in den Griff bekommen – die reine Performance ist sowohl nach vorn als auch nach hinter ein Beton-P3.
Großen Spaß hingegen dürfen wir uns von dem erhoffen, was zwischen den ersten 3 Teams und den zumindest in der Anfangsphase der Saison völlig unterlegenen Williams, Aston Martin und Cadillac andeutet.
Während Cadillac die beiden letzten Plätze in jeder Session (zumindest unter jenen, die fahren konnten) fest abonniert haben wird, sollte Aston Martin im Laufe der Saison wohl langsam lernen, wie man ankommt und schon kurz darauf auch, wie man dann um Punkte kämpft. Auch Williams – mit ähnlichen Gewichtsproblemen wie ihre Tennis spielende Namensvetterin in ihrer Abschlusssaison, hat heute mit Glück geschafft, was sie sicher im Laufe der Saison aus eigener Kraft erreichen wollen und können: Punkte!
Doch schauen wir mal auf die Nummern 4 bis 8 der aktuellen Pecking order. Ob Haas mit Bearman und Ocon, die Racing Bulls mit Lawson und Lindblad, Audi mit Bortoleto und Hülkenberg sowie Alpine mit Gasly (und Colapinot?): alle sind in der Lage den gerade bei Bearman befindlichen Titel: „Best oft he Rest“ je nach Tagesform und – da sind wir wieder beim Thema – der Frage, ob man den Teamkollegen im Griff hat, einzuheimsen.
Und es wird mehr als ein Team geben, bei dem diese Competition nicht nur statistische Zwecke erfüllt, sondern gar darüber entscheiden könnte, ob man 2027 den Tsunoda machen muss (und das Spiel von der Seitenlinie verfolgt) oder ob man die sich Beförderung in ein Topteam verdient.
Folgerichtig haben schon jetzt 15 Fahrer Punkte geholt und auch Ocon und Hülkenberg werden dies in den nächsten Rennen wohl tun, die Frage ist nur, kann man die ersten Rennen, in denen die Zuverlässigkeit noch fette Punkte erlaubt, nutzen, oder hol man sich die ersten Punkte erste, wenn auch McLaren die erste immerwährende Wahrheit verinnerlicht hat und ein anderes Team Platz 4 einnimmt, dass man eigentlich noch weiter vorn hätte erwarten dürfen:
Red Bull Racing, Home of 4-time World Champion Max Verstappen, reiht sich in die obige Aufzählung einfach so ein. Historisch schon fast der Sprint von China, in dem beide Fahrer punktlos blieben, ohne durch ein technisches Problem in Qualifikation oder Rennen ausgebremst worden zu sein. Ein Schelm wer einen Zusammenhang vermutet zwischen der Tatsache, dass genau diese 2 der 4 Toptteams, die heute die großen Probleme haben, diejenigen sind, die 2025 bis zum letzten Meter um den Fahrer WM Titel gekämpft haben. Oder?
Klar scheint unterdessen das interne Duell lediglich bei Aston Martin zu sein, wo es sich aber aus verwandtschaftlichen Gründen kaum auf die Karriereplanung des Unterlegenen auswirken wird. In jedem anderen Team ist dies Duell die Möglichkeit auf Kurz oder Lang Großes zu erreichen – oder sein eigenes F1 Grab zu schaufeln. Hop oder Top. Der Feind steht in der Box nebenan und trägt die gleichen Aufnäher am Overall…
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